Auto-Minibar

Luxuslimousinen haben eine, doch dein Auto nicht?

Eine Minibar im Auto ist purer Luxus. Wichtigen Mitfahrern kann man nach dem Einstieg erstmal einen Drink anbieten, der dann - am besten gut gekühlt - in kristallenen Gläsern serviert wird.

Das sollte jeder haben können.

Mit etwas Geschick und Bastelspaß ist das schnell gemacht!

 

Inhalt:

- Minibar im 3er BMW (E46)

- Minibar für den Jaguar XJR (X300)

Minibar im 3er BMW (E46)

In meinem BMW fand ich schnell einen geeigneten Platz: Mittig hinter der Mittelarmlehne der Rückbank.

Der Wagen war eine 4-türige Limousine, die Rückbank daher fest verbaut und konnte weder geteilt noch umgeklappt werden.

Bei einer höheren Fahrzeugausstattung wäre an dieser Stelle ein so genannter "Skisack" verbaut. Nicht bei meinem, hier war also noch Platz.

 

Das Blech war dort hinter dem Rückenpolster zum Kofferraum hin glücklicherweise schon perforiert, damit das Nachrüsten des Skisacks problemlos möglich ist.

Nach wenigen Schläge mit Hammer und Meisel war die Arbeit getan. Das Fahrzeug hatte an dieser Stelle nun eine Durchreiche. 

Eine tolle Location für die Minibar.

Für das Gehäuse der Minibar diente ein halbgroßer Kleinladungsträger (KLT) aus der Industrie. Diese Kiste war zufällig gerade zur Hand und passte exakt in die Öffnung zwischen Rückbank und Kofferraum.

Die Minibar sollte zwei Weingläser und drei kleine Wein- beziehungweise Sektflaschen aufnehmen können. Neben einer LED-Beleuchtung sollte diese Minibar sogar über eine aktive Kühlung verfügen. Damit man richtig stilvoll einen eiskalten Jahrgangssekt aus der Mittelarmlehne zaubern kann.

 

Innen wurde die Kiste mit Styrodur ausgekleidet und Befestigungslöcher für die Flaschen eingebracht. Ausgekleidet wurde alles mit Nadelfilz, um kleine Ungenauigkeiten zu kaschieren und für den richtigen Automotive-Look.

 

Ein dünnes Sperrholzbrett diente als Halterung, an die zwei Sektgläser kopfüber oberhalb der Wein- und Sektflaschen gehängt werden konnten.

Die Kühlung wurde mit einem Peltier-Thermoelement realisiert. Dieses wurde zuvor aus einer elektrischen Kühlbox explantiert. Im Inneren der Minibar war die eine Seite des Thermoelements an einem Kühlkörper gekoppelt. Auf der Rückseite der Minibar, also im Kofferraum des Fahrzeugs, verbaute ich einen zweiten Kühlkörper aus einem Computer. Für eine optimale Wärmeleitung versah ich beide Kontaktstellen zwischen Thermoelement und Kühlkörper mit Wärmeleitpaste. 

 

Zur Stromversorgung wurde die Bordsteckdose des Fahrzeugs angezapft. Mit einem schalter in der Instrumententafel konnten Beleuchtung und Kühlung der Minibar remote geschaltet werden. 

Minibar in der Mittelarmlehne, BMW 3er, E46
Minibar in der Mittelarmlehne, BMW 3er, E46

Bei Nichtbenutzung war die Minibar unsichtbar hinter der Mittelarmlehne verstaut. Nützlicher Nebeneffekt: die herunterklappbare Armlehne schloss das Volumen der Minibar hermetisch ab und seine massive Schaumstoffpolsterung funktionierte als thermischer Isolator gegenüber dem Fahrzeuginnenraum. Der Inhalt wurde so weniger schnell warm und konnte über das Thermoelement relativ effizient gekühlt werden.

Minibar für den Jaguar (X300)

Mit dem neuen, etwas nobleren Auto kam schnell der Wunsch nach einer neuen Minibar auf.

Diesmal sollte sie nicht hinter der Mittelarmlehne verschwinden. Denn beim Jaguar sitzt direkt hinter der Rückbank der Treibstofftank. Im Innenraum ist zwar deutlich mehr Platz, aber hinter der Armlehne weniger Raum für eine Minibar.

Eine geeignete Stelle war aber trotzdem schnell gefunden. 

Statt hinter der Armlehne konnte die Minibar direkt auf der Armlehne, quasi im Stauvolumen der herabgeklappten Lehne vertieft befestigt werden.

 

Gegenüber der Minibar im BMW musste sie in diesem Fall abnehmbar gestaltet sein. Außerdem hatte ich den Anspruch, das edle Leder der Rückbank nicht zu beschädigen.

Sollte die Mittelarmlehne eingeklappt werden, musste vorher die Minibar herausgebaut werden. Eine auf dem ersten Blick nicht perfekte Lösung.

 

Aufgrund der exponierten Lage, wurde der Minibar eine repräsentative Stellung zuteil. Sie musste sich daher optisch perfekt ins übrige Interieur (viel Leder, Holz und Chrom) der Limousine einfügen und sollte im stilvollen Ambiente nicht gerade als Schandfleck wahrgenommen werden.

Wie schon die Minibar des BMW sollte diese zwei Gläser, diesmal bauraumbedingt jedoch nur eine Getränkeflasche (Wein oder Sekt) fassen.

 

Wie es im Prototypenbau üblich ist, wurde bei der Anfertigung der Minibar großen Wert auf Optik und Qualität der sichtbaren Teile gelegt.

Alles Unsichtbare kann sonstwie aussehen und aus billigstem Material bestehen. Als Basis diente eine einfache Pressspanplatte. Die Standfläche für die Flasche und die Gläser-Befestigung bestanden aus mehreren Sperrholz-Elementen und wurden an die Spanplatte gespaxt. 

Alle Teile wurden mit Stichsäge, Raspel, Feile und Schleifpapier herausgearbeitet, mit Schaumstoff kaschiert und mit Kunstleder bezogen.

Das Leder musste natürlich perfekt zu den umgebenden Flächen des Interieurs passen.

 

Für eine bessere Sichtbarkeit bei Nacht wurde eine Suchbeleuchtung integriert. 

Hierzu wurden mehrere kaltweiße LEDs in Bohrungen durch die Spanplatte gesteckt und sichtseitig mit Montagehülsen fixiert. 

Auf der Rückseite wurden die LEDs verdrahtet und mit einem Batteriehalter verbunden. Anschließend wurde alles mit Klebefolie und Klebefilz abgedeckt. 

Die LED-Beleuchtung lässt sich mit einem kleinen Kippschalter bedienen, der Batteriekasten ist von hinten zugänglich und die Minibar kann als Modul mit einem Griff ein- oder ausgebaut werden.

Jaguar-Minibar
Jaguar-Minibar

Zur Montage im Fond wird die Jaguar-Minibar einfach oberhalb der Mittelarmlehne in die Aussparung selbiger gesteckt.

Der unten überstehende Teil greift dabei hinter die Armlehne, die Flaschenablage sitzt auf der Lehne auf und der obere Teil klemmt sich mit dem Lederkaschierten Seitenkanten an die ledernen Flanken der Rückbank.

So sitzt das Gebilde fest und definiert an seiner Position, völlig unbeeindruckt von den im Fahrbetrieb wirkenden Beschleunigungskräften. Sollte sich die Minibar im Falle einer Vollbremsung lösen, so fliegt sie nicht unvermittelt gen Windschutzscheibe sondern wird lediglich sanft nach vorn über kippen.

Das Endergebnis kann sich sehen lassen. Nun ist der edle Wagen komplett und kann stilecht über die Straßen gleiten.