Der Schwimmgrill

Die Idee zu diesem Grill entsprang dem Menschheitstraum*, während des Paddeln im Schlauchboot frisches Grillgut zubereiten und noch auf dem Wasser genießen zu können.

 

Durch detaillierte Planung, Konstruktion und Berechnung wurde das Gesamtkonzept eines stabil schwimmenden Grills erarbeitet. 

 

Das Prinzip:

Eine Grillschale wird zwischen zwei Auftriebskörpern befestigt, welche mit dem Boot verbunden werden. Der Grill kann eigenständig schwimmen, notfalls auch ohne Boot. Geometrisch wurde das System so ausgelegt, dass der Grill selbst bei stärkerem Seegang nicht umkippen möchte. Falls er jedoch kippt, muss er seinen feurig glühenden Inhalt in das Wasser abseits von Boot und Mannschaft entleeren können.

 

Der Schwimmgrill muss einfach und wekzeuglos in mehrere Teile zerlegbar sein. Um das Packmaß gering zu halten, wurde ein flacher Grill ausgewählt. Alle Einzelteile des Schwimmgrills sind für große Beanspruchung und lange Lebensdauer ausgelegt.

Die beiden Schwimmkörper generieren einen Auftrieb von 40kg; damit kann der Schwimmgrill in Falle einer Harvarie als Notfloß dienen und im Ernstfall Leben retten.

Der Schwimmgrill in Einzelteilen
Der Schwimmgrill in Einzelteilen

Prototyp des Schwimmgrills

Als Auftriebskörper dienen 20-Liter-Wasserkanister der Bundeswehr. Diese wurden modifiziert, damit das Gestänge aus verzinkten Stahlrohren hindurchgesteckt und mit jeweils zwei Klappsplinten einfach und sicher fixiert werden konnte. 

Das Stahl-Gestänge stammt von einem alten Iglu-Zelt und war jeweils zwei mal teilbar. Damit nichts verloren gehen kann, wurden die Einzelteile auf einem Gummiband aufgefädelt.

 

Als Grill diente ein Baumarktgrill. Die Beine wurden gekürzt und bearbeitet, damit sie an das Stahlrohrgestänge befestigt werden konnten.

 

Die Schwachstelle beim Prototypen des Schwimmgrills war ganz klar der billige Grill. Dies sollte aber einen großen Vorteil mit sich bringen. 

Beine, Grillschale und Grillrost sind dem Standard-Billiggrill entliehen. Rostet die Wanne durch, geht beim Transport zu Bruch oder verloren - oder ist einfach zu dreckig als dass das Reinigen große Freude bereiten würde, findet sich in jedem Baumarkt günstiger Ersatz.

Je nach Saison zahlt man für diesen Grill zwischen 4 und 10 Euro.

 

Auch auf Campingplätze muss man nicht lange nach Ersatzteilen suchen: Oft werden diese Grills für eine einwöchige Nutzung gekauft und am Camping- oder Grillplatz zurückgelassen bzw. zum Müll gestellt. 

 

Bis die Hersteller einen noch billigeren Grill auf den Markt bringen, wird die unproblematische Ersatzteilversorgung bestehen bleiben.

Leider hat der nautische Grillspaß auch eine Schattenseite: Mehr als 3 Personen passen nicht in mein Schlauchboot.

Jedenfalls ist dieser Grill auf jedem See ein Hingucker und zieht neidische Blicke auf sich. Das Fleisch schmeckt trotz beengter Raumsituation im Boot viel besser als an Land. Das muss man einfach mal probiert haben!

 

Ich habe mehrmals überlegt, den Grill weiter zu entwickeln - doch mir ist nichts eingefallen was dieses einfache, modulare und mobile Konzept des hier beschriebenen, einzig wahren Schwimmgrills verbessern würde.

Schwimmgrill beim Camping
Schwimmgrill beim Camping

Nachtrag

Im Frühjahr 2016 wurde der Schwimmgill im WALDEN Magazin (GEO) veröffentlicht. In Form einer Bauanleitung zum nachbasteln im "IKEA-Style".

 

Das WALDEN Magazin ist ein Muss für alle, die Tipps und Anregungen zur Freizeitgestaltung im Freien suchen. Auf über 130 Seiten werden alle Facetten des jeweiligen Outdoor-Themas beleuchtet, äußerst nett und sehr ansprechend gestaltet. Ansehen lohnt sich!

http://www.walden-magazin.de/

 

Falls nichtmehr am Kiosk verfügbar, kann das Magazin hier nachbestellt werden: http://shop.geo.de/einzelhefte/walden/walden-01-2016.htm

* geträumt irgendwann im 2. Semester während einer langen Vorlesung, im Hochsommer, bei bestem Sommerwetter. Bei blick auf einer grünen Wiese vor der Hochschule und mit Ausblick auf eine Grillparty mit Freunden am Abend am See.